Präsentation des neuen Opel Astra. Foto: WebAutoBlog

Ist es tatsächlich das Beste, wenn sich GM von Opel trennt? Das empfahlen Analysten von Morgan Stanley letzte Woche General Motors, wie das Magazin Autohaus berichtet.

Zumindest wäre dies ein klares Statement in der Familienfehde zwischen der amerikanischen Mutter und der deutschen Tochter, die sich wie eine ungeliebte Stieftochter vorkommt.

Seit Jahren sorgt das zerrüttete Mutter-Tochter-Verhältnis für Negativschlagzeilen. Die Quittung: Mit Opel geht es immer weiter bergab. Die Belegschaft ist verunsichert, immer mehr Kunden distanzieren sich. Erschreckende Zwischenbilanz aus Rüsselsheim nach den ersten acht Monaten 2012: Laut KBA brach der Absatz um 11,5 Prozent auf 151 000 Fahrzeuge ein. Gewiss trägt auch der schwächelnden Markt in Europa dazu bei, aber eben nur zu einem Teil.

Ist es tatsächlich das Beste, wenn sich GM von Opel trennt – oder Opel von
GM?
Klar ist: Beide Parteien haben es in den letzten Jahren nicht geschafft, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen um einen profitablen Kurs für die strauchelnde Tochter festzulegen. Hüben wie drüben wurde verabsäumt, Opel eine klare Linie zu verpassen. Wenn GM`s weitere Tochter Chevrolet im Opel-Stammrevier ungeniert wildern soll, hätte man zuvor in der Modellpolitik und in der Aufstellung von Opel Konsequenzen ziehen müssen –
zum Beispiel mit einer klaren Abgrenzung. Wie das praktisch funktioniert, zeigt Europas größter Autobauer.

GM und Opel hingegen übertrumpfen sich in Schuldzuweisungen im transatlantischen Schlamassel. Einer davon ist der seit Jahren schwelende Vorwurf aus Rüsselsheim, GM hätte Opel ihrer internationalen Chancen beraubt. Unsinn! Opel International musste vor über zehn Jahren in Japan mangels Qualität das Handtuch werfen. Der japanische Importeur Yanase sah sich seinerzeit mit bis zu zehn und mehr Stunden Nachbesserungen pro Fahrzeug konfrontiert – ein inakzeptabeler Vorgang.

Inzwischen ist es Fünf nach Zwölf. Einziger Hoffnungsschimmer für die schwächelnde Tochter derzeit: Der Boommarkt Russland. Vielleicht erinnert sich Opel bei seinen Russland Aktivitäten auch der legendären Warnung Michail Gorbatschows: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben”. Hoffen wir, dass es für Opel nicht zu spät ist – mit oder ohne GM!
WebAutoBlog.COM / IR

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